EU-Bildungsprogramme

COMENIUS_Sokrates I1994-1999 Sokrates
Das SOKRATES-Programm war eine Bildungsinitiative der Europäischen Kommission; 31 Ländern nahmen daran teil. Das Sokrates-Programm lief von 1994 bis 31. Dezember 1999.
Das Programm ist nach dem griechischen Philosophen Sokrates benannt. Das Comenius-Pogramm war erster Bestandteil von Sokrates im Bereich der Schulbildung.

 

 

COMENIUS_Sokrates II2000-2006 Sokrates II
Mit dem Beschluss des Europäischen Rates und des Parlaments wurde die zweite Phase des Aktionsprogramms zugunsten der Bildungspolitik (SOKRATES II) für den Zeitraum vom 1. Januar 2000 bis zum 31. Dezember 2006 eingeleitet. Die Erfahrungen der ersten Programmphase und die Zielvorgaben der Kommissionsmitteilung „Für ein Europa des Wissens“ wurden in diesem Beschluss berücksichtigt. Die wichtigsten Zielsetzungen des Programms SOKRATES wurden beibehalten und Änderungen zugunsten einer stärkeren Berücksichtigung politischer und operativer Prioritäten im Bereich des lebenslangen Lernens vorgenommen. Dienten SOKRATES I und LEONARDO I der Einführung neuer Aktionen und Maßnahmen, so wurde in der zweiten Phase der Programme mehr Wert auf Qualitätssteigerung und Konsolidierung der Aktivitäten gelegt. Ziel des Förderprogramms Sokrates war es – so hat es die EU formuliert – die Entwicklung eines Europas des Wissens und Förderung des lebenslangen Lernens. Erreichen wollte man dies u.a. durch die Verbesserung der Fremdsprachenkenntnisse, die Unterstützung der Mobilität, die Intensivierung der Zusammenarbeit auf europäischer Ebene, die Verbreiterung des Zugangs zum Wissen und die zunehmende Verwendung neuer Technologien im Bildungsbereich

SOKRATES II stand vor allem unter dem Gedanken, das lebenslange Lernen zu fördern und ein Europa des Wissens zu aufzubauen. Dabei ging es im Einzelnen um folgende Ziele:
– Ausbau der europäischen Dimension der Allgemeinbildung auf allen Ebenen;
– Verbesserung der Fremdsprachenkenntnisse;
– Förderung der Zusammenarbeit und Mobilität im Bereich der Allgemeinbildung;
– Unterstützung der Verwendung neuer Technologien im Bildungsbereich;
– Förderung der Chancengleichheit in allen Bildungsbereichen.

Das Programm SOKRATES II umfasste acht Aktionsbereiche. Fünf von ihnen waren auf bestimmte Ziele ausgerichtet und drei erfüllten Querschnittsaufgaben zur Verbesserung der internen Koordinierung:
Comenius für den Bereich der Schulbildung
– Erasmus für den Bereich der Hochschulbildung
– Grundtvig förderte die Erwachsenenbildung.
– Lingua als das umfassende Programm zur zielgerichteten Förderung des Sprachenerwerbs und des Sprachunterrichts.
– Minerva hatte zum Ziel, die Verbreitung von Informations- und Kommunikationstechnologien, den Einsatz von Multimedia sowie den offenen Unterricht und die Fernlehre zu fördern.
– Der Aktionsbereich Beobachtung und Innovation im Bildungsbereich untersuchte die Bildungsumfelder anderer Mitgliedstaaten, um die Innovation in den einzelnen nationalen Bildungssystemen zu fördern.

Die Gemeinsamen Aktionen sollten die Synergien in der Bildungspolitik (SOKRATES), der Berufsbildungspolitik (LEONARDO DA VINCI) und der Jugendpolitik (JUGEND) verbessern. Der Finanzrahmen für die Durchführung dieses Programms betrug 1 850 Millionen EUR. Dieses Programm stand den 15 Mitgliedstaaten der Gemeinschaft sowie den EFTA/EWR-Ländern, den assoziierten mittel- und osteuropäischen Ländern (MOEL), Zypern, der Türkei und Malta offen.

 

LLP2007-2013 Programm für lebenslanges Lernen (PLL)
Lifelong Learning Program (LLP)
Im Januar 2007 startete das EU-Bildungsprogramm für lebenslanges Lernen (PLL) mit dem Ziel, die Mobilität in der Bildung zu fördern und den europäischen Bildungsraum attraktiver zu machen. Bis Ende 2013 förderte das PLL mit fast sieben Milliarden Euro den europäischen Austausch von Lernenden und Lehrenden aller Altersstufen sowie die europäische Zusammenarbeit von Bildungseinrichtungen. Neben den 27 EU-Staaten machten die Türkei, Kroatien, Norwegen, Island, Liechtenstein und die Schweiz mit.

Das PLL unterstützte die bildungspolitische Zusammenarbeit in Europa und trug insbesondere dazu bei, die Zielsetzungen der Erklärungen von Kopenhagen im Bereich der beruflichen Bildung und des Bologna-Prozesses im Hochschulbereich umzusetzen. Es umfasste den lebensbegleitenden Bildungsweg von der Schule über die Hochschule und Berufsbildung bis zur Erwachsenenbildung. Die verschiedenen Bildungsbereiche fanden sich in den vier Einzelprogrammen Comenius (Schulbildung), Leonardo da Vinci (Berufsausbildung), Erasmus (Hochschulbildung) und Grundtvig (Erwachsenenbildung) wieder.

 

Erasmus+2014-2020 Erasmus+
Erasmus+ ist seit 1.1.2014 das Programm für Bildung, Jugend und Sport der Europäischen Union. In Erasmus+ werden die bisherigen EU-Programme für lebenslanges Lernen, Jugend und Sport sowie die europäischen Kooperationsprogramme im Hochschulbereich zusammengefasst.

Erasmus+ ist mit einem Budget in Höhe von rund 14,8 Mrd. Euro ausgestattet. Mehr als vier Millionen Menschen werden bis 2020 von den EU-Mitteln profitieren. Das auf sieben Jahre ausgelegte Programm soll Kompetenzen und Beschäftigungsfähigkeit verbessern und die Modernisierung der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung und der Kinder- und Jugendhilfe voranbringen.

Das Programm erstreckt sich unter Achtung der Strukturen und besonderen Bedürfnisse der verschiedenen Sektoren in den Mitgliedstaaten auf
– folgende Bereiche der allgemeinen und beruflichen Bildung auf allen Ebenen im Sinne des lebenslangen Lernens: Comenius (Schulbildung), Erasmus (Hochschulbildung), Erasmus Mundus (internationale Hochschulbildung), Leonardo da Vinci (berufliche Aus- und Weiterbildung), Grundtvig (Erwachsenenbildung)
– sowie auf  Jugend (JUGEND IN AKTION), insbesondere im Kontext des nicht formalen und des informellen Lernens und Sport, insbesondere Breitensport.

Fazit: Der „Markenname“ Comenius findet sich nach vielen Diskussionen auch in Erasmus+ wieder!

 

Quellen:
http://www.kmk-pad.org/
http://www.erasmusplus.de/
http://eacea.ec.europa.eu/index_en.php
http://www.bmbf.de/de/919.php